Algunas de las reseñas de “Livadia” en Alemania

Jose Manuel Prieto

Liwadija

Roman

Liwadija

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2004
ISBN 3518416170
Gebunden, 350 Seiten, 22,90 EUR

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Klappentext

Aus dem kubanischen Spanisch von Susanne Lange. Liwadija, so heißt der unverhoffte Ruhepunkt im Nomadenleben von J., einem kubanischen Schmuggler, der sich in den Grenzgebieten des zerfallenden Sowjetimperiums komfortabel eingerichtet hat. Nach seiner fieberhaften Jagd dem blanken Gewinn hinterher, bei dem seine Ware – von Mammutzähnen über Nachtsichtgeräte bis zu einem überaus seltenen Schmetterling – immer kleiner, immer wertvoller wird, hat es ihn in das Seebad auf der Krim verschlagen, wo er vor den Trümmern seiner letzten und gewagtesten Transaktion steht: eine Frau und ihre Seele zu schmuggeln.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.11.2004

Dem kubanischen Autor Jose Manuel Prieto ist mit seinem Roman “Liwadija” geglückt, woran bereits “etliche russische Gegenwartsautoren gescheitert sind”, rühmt Olga Martynova in ihrer Kurzkritik. In seinem Buch, das vom Schmuggler H. erzählt, der die in ein Istanbuler Bordell verschleppte W. befreit und sich dann in Liwadija auf der Krim erholt, gelingt es dem Autor nämlich, in “plastischen Details” von den neunziger Jahren in Russland zu erzählen, so die begeisterte Rezensentin. Prieto, der 12 Jahre in Russland gelebt hat, kann hier zeigen, wie “gut und nah” er nicht nur das Land, sondern auch die russische Literatur kennt, betont Marynova, die diesen Roman als eine der “besten Erzählungen über die neunziger Jahre in Russland” preist.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.07.2004

“Wäre Borges nicht längst tot, er lebte im Russland der Umbruchszeit”, so befindet Rezensent Kersten Knipp über Jose Manuel Prietos Roman “Liwadija”. Denn “Traum und Wirklichkeit” liegen für Knipp nah beieinander in diesem Roman, der ein “düsteres Sittenbild” der “jüngsten russischen Geschichte” zeichne. Die Handlung erläutert der Rezensent sehr ausführlich: Im Osteuropa der frühen neunziger Jahre sucht der kubanische Schmuggler J. – Hauptfigur und Erzähler in einer Person- sein Glück; in einem Istanbuler Bordell lernt er die “undurchschaubare” Prostituierte Warja kennen, hilft ihr bei der abenteuerlichen Flucht vor ihrem Zuhälter und wird von ihr sitzen gelassen; in dem verfallenden russischen Seebad Liwadija erhält er schließlich sieben Briefe von ihr und beginnt Aufzeichnungen zu schreiben, die den “Roman ergeben”. Rezensent Knipp platzt fast vor Neugier über den Inhalt der Briefe und lobt es als “die große Kunst” dieses Buchs, dass die Leser “nicht einen einzigen Satz” über den Inhalt der Briefe erfahren. Dies halte – so Knipp – die “Phantasie des Lesers auf Trab”. Und auch der Umstand, dass im Laufe des Romans die “Konturen” der Wirklichkeit “verschwimmen” und der Erzähler nicht mehr klar zwischen Wahrheit und Einbildung trennen könne, findet des Rezensenten Wohlgefallen.

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 26.06.2004

Schade!, seufzt Rezensent Andreas Merkel, denn wie er findet, hätte Jose Manuel Prietos Roman “Liwadija” eine richtig gelungene Erzählung werden können. Warum sie es doch nicht geworden ist, erklärt Merkel weniger anhand der Geschichte (der kubanische Schmuggler J. verliebt sich in die russische Prostituierte W., befreit sie aus einem Bordell in Istanbul, worauf sie ihn schon bald verlässt, ihm aber später Briefe schreibt, auf die dann J. ewig versucht, zu antworten), als anhand eines für den ganzen Roman typischen Zitats, der das Problem dieses Romans deutlich macht. Einerseits liefere Prieto “präzise, wunderbare Beobachtungen und Spekulationen über die Geliebte als junges Mädchen”, andererseits aber uferten diese bald aus und würden “am Ende noch mit Gelehrtheit aufgemotzt”. Zu stark ergebe sich Prieto ins Andeuten und Zitieren, und was zunächst noch als “charmante” Selbstinszenierung eines unsicheren und verliebten Schreibers erscheinen könne, werde bald zum Hindernis, weil der Leser dem Autor und Erzähler schließlich gar nichts mehr glaube und es ihm vorkomme müsse, als habe Prieto “entweder eine zu langweilige Briefeschreiberin zum gefallenen Mädchen romantisiert oder aber eine zu vulgäre Nutte als empfindsame Seele poetisch hochgetunt”.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.05.2004

“Hier haben wir es mit Weltliteratur zu tun”, feiert Rezensent Richard Kämmerlings dieses Buch. Auf fast unwahrscheinliche Weise sei Jose Manuel Prieto darin der Spagat zwischen lebensgesättigter Anschaulichkeit und stupender Gelehrtheit gelungen. Es geht dem Rezensenten zufolge um “die Poesie der Post, die Liebe und das, was beiden gemeinsam ist”. Im Zentrum stehe ein kubanischer Schmuggler, der in einer Pension namens Liwadija Briefe von der Frau (einer russischen Ex-Prostituierten) bekomme, die ihn verlassen habe. Doch nicht nur die Briefe der Frau, sondern auch berühmte Briefwechsel der Literaturgeschichte, die der J. genannte Schmuggler studiert, um daraus “den richtigen Ton seiner Antwort” zu filtern, spielen Kämmerlings zufolge im Roman eine Rolle, der ansonsten von seinem Protagonisten nur bruchstückhaft erzählt. Der jedoch entwickelt sich für den Rezensenten trotzdem zum faszinierenden Mittelpunkt dieses literarhistorischen Puzzles, in dem Kämmerlings auch einen stilistisch betörenden Abgesang auf eine im Internetzeitalter versinkende Kultur des Schreibens und der Reflexion erkennt. Auch die deutsche Übersetzung wird als glänzend gelobt.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.05.2004

Voller Literatur steckt dieser Roman und sein Autor, der Kubaner Jose Manuel macht auch gar kein Hehl daraus. Das Ergebnis ist entsprechend postmoderne Literaturliteratur, in der alles, das etwas bedeutet, zugleich auch Anspielung und Zitat ist, ohne dass das dann notwendig viel bedeuten müsste. Dem Plot nach ist das ganze ein Schmugglerroman, Nachtsichtgeräte werden geschmuggelt, Schmetterlinge (da hört man Nabokov trapsen, stellt der Rezensent Jörg Plath fest) und auch eine Prostituierte. Die aber verschwindet und schreibt dann sieben Briefe. Der Leser bekommt diese nur auszugsweise zu sehen, was schade sei. Zwar hat dem Rezensenten die Jagd auf Chandler, Chase, Ovid, Flaubert und all die anderen durchaus Spaß bereitet. Er lobt auch ausdrücklich die Geschlossenheit des Romans und den kubaliteraturuntypischen Verzicht auf sexuelle Drastik. Dennoch, das will er nicht leugnen, bleiben manche der Figuren doch etwas blass.

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http://www.perlentaucher.de/buch/17515.html

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